Wasseraufbereitung in Waschanlage und Waschstraße

Wenn das Auto wieder einmal richtig dreckig ist oder Streusalz unansehnliche Schlieren auf der Karosserie hinterlässt, ist die Zeit reif für einen Besuch der Waschanlage. Hier wird zunächst der grobe Schmutz mit einem Hochdruckreiniger entfernt. Zumindest ist dies die beste Vorgehensweise, wenn man den Lack schonen möchte. Anschließend sorgen rotierende Bürsten für eine Säuberung.

Doch wohin mit dem verbrauchten Wasser? Im Normalfall wird es gesammelt und teilweise wieder verwertet. Üblicherweise gelangt das Brauchwasser durch einen Ölabscheider in ein Absetzbecken. Dort fällt grober Schmutz aus. Anschließend sorgt ein Flockungsmittel für die Bindung von Waschmittelresten und feineren Verunreinigungen. Nachfolgend gelangt das Wasser in ein Vorratsbecken und wird wieder den Hochdruckeinheiten zur Verfügung gestellt.

Es geht aber deutlich eleganter. Die in der EU für Fahrzeugwäsche zugelassenen Reinigungsmittel sind biologisch abbaubar. Man muss den richtigen Bakterien nur genügend Oberfläche, Luft und ein paar Mineralien sowie Enzyme zur Verfügung stellen. In der Praxis erfolgt die rein biologische Klärung mit den gleichen Absetz- und Vorratsbecken ohne Änderung der Infrastruktur. Ein Edelstahlgefäß, Reaktor genannt, nimmt das verunreinigte Wasser ohne Einsatz von Flockungsmitteln auf. Kunststoffteile sorgen für eine ausreichend große Oberfläche, während durch den gesamten Behälter Frischluft zirkuliert. Zusammen mit einem Nährstoffkonzentrat finden die Bakterien paradiesische Zustände. Fettreste oder auch Reste von Straßenschmutz sind schnell vertilgt und in harmlose Substanzen umgewandelt.

Die biologische Wasseraufbereitung bei Waschanlagen hat neben der Ersparnis an Flockungsmitteln und deren aufwändiger Dosiereinrichtung noch einen weiteren Vorteil. Die Bakterien zeigen den optimalen verbrauch an Reinigungsmitteln an. Verwendet der Betreiber einer Waschstraße zu viel, bilden sich beim Klarspülen recht schnell Schlieren. Erst, wenn die passende Dosierung gefunden ist, werden die Fahrzeuge sauber. Dann wiederum arbeiten die Systeme auch enorm effizient im Verbrauch der Reinigungsmittel. Die Umwelt freut es und das saubere Auto ebenfalls.

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