Nacktscanner – ein Angstobjekt vieler Deutscher

Schon seit einigen Jahren wird in Deutschland über die Einführung von Körperscannern diskutiert. Nun sieht es so aus, als hätten die Debatten ein Ende. Die Entscheidung ist so gut wie gefallen, im Sommer sollen die ersten deutschen Flughäfen mit den Geräten ausgestattet werden. Einen Beitrag zur Sicherheit nennen Befürworter die Modelle. Viele Bürger aber sehen der Entwicklung mit Argwohn entgegen. Die Zelle aus Plexiglas, in der sie durchleuchtet werden sollen, ist ein Angstobjekt. Nacktscanner werden die Geräte umgangssprachlich auch genannt, in diesem Wort spiegelt sich der befürchtete Eingriff in die Privatsphäre. Niemand will seine Geschlechtsteile so öffentlich entblößen.
In Russland gab es diese Art der Bedenken nie. Hier gehören die Körperscanner seit drei Jahren zur selbstverständlichen Ausstattung des Moskauer Flughafens Domodedowo. Ein Wort wie Nacktscanner, um die Kabinen aus Acrylglas zu beschreiben, existiert in der russischen Sprache nicht. Stattdessen schätzen einige Reisende sogar die Vorteile, die dank der elektronischen Untersuchung entstehen. Langwieriges Abtasten, das Ausziehen der Schuhe und das Ablegen einiger Kleidungsstücke entfallen. Ein kurzer Aufenthalt im Körperscanner genügt und schon kann es weitergehen. Lange Warteschlangen gehören so der Vergangenheit an, vor dem Körperscanner stehen selten mehr als drei Personen. Tatsächlich wird auch die Sicherheit erhöht. Dinge, die beim Abtasten möglicherweise übersehen werden, werden dank der Geräte punktgenau identifiziert.
Ein Körperscanner kostet etwa 200000 Euro, eine Investition, die sich auf Dauer dank der verkürzten Wartezeiten und der möglichen personellen Einsparung lohnt. Auch eine gesundheitliche Gefahr durch die Strahlung besteht nur in geringem Maß. Ein klingelndes Handy zum Beispiel hat eine zehntausende Mal stärkere Strahlung.

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