Arbeitsrecht – Arbeitsvertrag

Das A und O bei jedem Arbeitsverhältnis ist der Arbeitsvertrag. Hier sollte der Arbeitnehmer darauf achten, dass die wesentlichen Punkte enthalten sind. Dazu zählen Arbeitsort und –zeit, Aufgaben/ Stellung im Betrieb, Entlohnung, Urlaub, Überstundenregelung. Gewiss, wer auf Jobsuche ist und es bis zur Vertragsunterzeichnung geschafft hat, wird diesen Erfolg kaum daran scheitern lassen, dass etwa die Tätigkeiten nicht ganz dem entsprechen, was zuvor im Gespräch gewesen ist. Manches lässt sich auch im Laufe der Zeit noch klären und korrigieren.

Aber es ist sinnvoll, darauf zu achten, dass konkrete Zahlen genannt werden und nicht etwa Formulierungen wie „nach Tarif“ oder „gesetzliche Bestimmungen“. Denn längst nicht in jedem Betrieb liegen die Tarifverträge zur Einsichtnahme aus, und es ist schwierig, als nicht gewerkschaftlich organisierter Laie Einblick zu gewinnen.

Während viele Punkte frei verhandelbar sind oder auch im Ermessen des Arbeitgebers liegen, gibt es für andere, etwa Urlaub und Krankheit, gesetzliche Regelungen, die im Arbeitsrecht verankert sind und beachtet werden müssen. Sollten Sie also einen Vertrag unterschrieben haben, nach dem Ihnen bei Vollzeittätigkeit weniger als 24 Werktage bezahlten Urlaubs zustehen, ist diese Formulierung nichtig. Ebenso haben Sie im Krankheitsfall sechs Wochen lang Anspruch auf Lohnfortzahlung. Überstunden können gänzlich untersagt werden (sehr selten!), aber wenn sie genehmigt sind und anfallen, sieht das Arbeitsrecht vor, dass der Arbeitnehmer in „angemessener“ Form entschädigt wird – sei es durch zusätzliche Freizeit, sei es durch zusätzliches Gehalt. Anders ist es bei leitenden Angestellten, in deren Vertrag oftmals eine Formulierung zu finden ist, dass eine bestimmte Anzahl an Überstunden im Gehalt eingeschlossen ist.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arbeitsvertrag in schriftlicher Form erhalten. Gewiss, auch eine mündliche Vereinbarung ist rechtsgültig, aber sollte es tatsächlich zu Problemen kommen, ist ein gesprochenes Wort oft „vergessen“ und vor allem bei Gericht nicht nachweisbar.

Georg Tramsen

nesta123@gmx.net

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