Interesse an privaten Finanzierungsprojekten steigt

Das Vertrauen der Deutschen in Politik und Wirtschaft ist erschüttert. Und so ist es doch kein Wunder, dass viele ihr Geld nicht mehr auf Sparbüchern oder anderen Sparprodukten anlegen sowie von risikoreichen Fonds, erst recht die Finger lassen. Da man sich selbst noch am meisten Vertrauen kann, ist hier ein neuer Trend abzusehen. So bieten Kreditbörsen im Internet die Möglichkeit, selbst Kredite an Privatpersonen zu vergeben. Der Fachbegriff hierfür heißt „Social Lending“. So können Kreditsuchende online ihr Finanzierungsprojekt vorstellen, erklären wie viel Geld sie dafür benötigen, wie viel Zinsen sie dafür bereit sind zu zahlen und wie lange die Laufzeit beträgt. Nun muss ein Kreditgeber nicht gleich die gesamte Summe zur Verfügung stellen; in den meisten Fällen wird ein Projekt von mehren Personen finanziert. Die Kreditbörse funktioniert völlig anonym und Schuldner und Geber kennen sich nur mit Spitznamen. Die Kosten oder im anderen Fall der Gewinn wird auch hier nach Angebot und Nachfrage bestimmt. So können sich die Anleger gegenseitig unterbieten und den Zinssatz noch senken. Wer also viele Anleger für sein Projekt begeistern kann, kann unter Umständen an günstiges Geld gelangen. Wer sich nun fragt, was passiert, wenn ein Kredit nicht mehr bedient werden kann, kann beruhigt werden. In diesem Fall springt die Gemeinschaft der Kreditgeber ein und sorgt für einen Ausgleich der Finanzen. Dieser „Rettungsfonds“ bedeutet aber auch, dass die Anleger eventuell nicht soviel Zinsgewinn machen können, wie sie erwartet haben. So bleiben auch bei dieser Art des Geld-Verdienens Risiken nicht aus. Doch Experten sehen in diesem Markt eine gute Alternative zum herkömmlichen Bankengeschäft und viel Potential.

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