Keine Eltern, keine Regeln

Wenn Eltern in den Urlaub fahren und ihre jugendlichen Kinder zu Hause lassen, wissen sie meistens gar nicht, was während ihrer Abwesenheit in ihren eigenen vier Wänden vor sich geht. Wahrscheinlich ist das auch gut so. Denn sturmfrei ist die Zeit, während der Kinder das erste Mal das Haus für sich haben. Und das nutzen die meisten natürlich aus. Sie schmeißen Partys, lassen alles stehen und liegen, ernähren sich von Tiefkühlpizza und denken gar nicht daran, aufzuräumen. Das fällt ihnen erst ein, wenn die Eltern kurz vor ihrer Rückkehr stehen. Diese Erkenntnis ist oft mit einem Schock verbunden. Denn im Normalfall sieht das Haus so schlimm aus, dass es bis zur Ankunft niemals wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden kann. Das Kinderzimmer ist egal, aber die restlichen Räume erscheinen wie eine Großbaustelle, die einem über den Kopf gewachsen ist. Das Wohndesign im Wohnzimmer ist meistens durcheinander gebracht, nur mit Mühe schaffen es die Jugendlichen, alles wieder an eine ähnliche Stelle wie ursprünglich zu platzieren. Wenn sie Pech haben, sind bei der Party Möbel oder Vasen kaputt gegangen. Zum neu Einrichten ist natürlich keine Zeit, als werden die zerbrochenen Gegenstände so hingestellt, dass die Eltern den Schaden nicht sehen.
In der Hälfte der Fälle schaffen es die Kinder, das Haus zur Zufriedenheit der Eltern wiederherzustellen. Mit großer Wahrscheinlichkeit gelingt ihnen das auch, weil ihre Mütter und Väter großzügig über das eine oder andere kleine Malheur hinwegsehen. In der anderen Hälfte sind die Eltern geschockt. Nach der schönen Zeit ohne Eltern beginnt für die Jugendlichen dann eine besonders harte Zeit. Nämlich die mit Hausarrest.

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