Sinneseindrücke als Faktor Design

Wenn ein Kunde ein Produkt betrachtet, nehmen wir als Beispiel ein Produkt aus dem Bereich Medizintechnik-Design, bedenkt er dabei wohl als erstes die ökonomischen Strukturen, welche es ermöglicht haben, dass dieses Produkt seinen Weg in die Allgemeinheit findet. Oder es stechen ihm zuerst die ergonomischen Modifikationen ins Auge. Hinter all diesem Medizintechnik-Design steht aber letztendlich die lang gediente Praxis des Produktdesign, das durch eine strukturierte Arbeitsweise versucht, das bestmögliche aus jedem Produkt rauszuholen. Der Grundstein dafür liegt bei den vier Analyseaspekten, die immer bedacht werden müssen. Am Anfang steht der Sinn, den ein Gegenstand machen soll und der ergibt sich erst, wenn er sich auch zur Benutzung eignet. Das bedeutet, dass die Funktionalität immer an erster Stelle steht und mit jedem Teil, jeder Kante, jedem Knopf gewährleistet bleiben muss, denn das schönste Design überzeugt nicht auf Dauer, wenn die Benutzung mühsam ist und sich nicht logisch erschließt. Nachdem die Funktionsweise sicher gestellt ist und die Handhabung grob fixiert ist, folgt sofort ein Sicherheitscheck gepaart mit einem Test für ergonomische Funktionen, es werden also so genannte Ergonomiestudien angestellt und einer Testreihe im Dienste der Benutzerfreundlichkeit. Dabei werden zumeist Probanden angemietet, die durch ihre Rückmeldungen weitere Anstöße für den Designprozess des Produktdesign geben oder auch bereits getätigte Schritte wohl wollend bestätigen. Ist dieser Prozess der ersten vier grundlegenden Schritte mal abgeschlossen, treten die produktsprachlichen Funktionen in den Fokus des Produktdesign. Hier handelt es sich zuvorderst um semantische Funktionen des Objektes und dessen formal-ästhetische Aspekte. Man mag es glauben oder nicht, aber diese Punkte spielen auch im Medizintechnik-Design eine wesentliche Rolle, denn jede Form hat Aussagekraft und transportiert eine Nachricht, die jeder Empfänger durch den wohl bekannten Black-Box-Effekt unterschiedlich versteht. Neben den semantischen Feinheiten sind auch die sinnlichen Eindrücke bedenkenswert, wie etwa haptische, olfaktorische und akustische Reize. Diese werden unter dem Begriff Anzeichenfunktionen zusammengefasst und interessieren sowohl subtil als auch sehr bewusst über Sinneseindrücke den Endverbraucher.

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