Das Buch – eine Real- oder Phantasiewelt?

Wenn man ein Buch aufschlägt, gerät man in eine Welt, welche für sich selbst existiert. Der Leser taucht in diese Welt ein, lernt fremde Länder und Plätze kennen, trifft Unbekannten, welche sich im Laufe der Lektüre zu seinen Freunden oder Feinden bekennen. Man empfindet Gefühle nach, und vergleicht unbewusst seine eigene Lebensgeschichte mit der Geschichte, die der Autor in seinem Werk niedergeschrieben hat. Es werden Antworten auf Fragen gefunden und andere Fragen gestellt. Ist es möglich, dass ein Buch auch zu einem Ratgeber wird und lässt sich Hilfe in jeder Lebenssituation durch Bücher finden?
Es gibt etliche Bücher, welche einem behilflich sein können. Eins davon ist z.B. „Männer sind anders. Frauen auch.“ von John Gray. Der Leser/ die Leserin entdeckt sich auf jeder Seite dieses Buches, indem es über die unterschiedlichen Verhaltensweisen und Charakteren der Natur von Mann und Frau geht. Derartige Bücher sind ein Resultat aus der Lebenserfahrung des Autors und/ oder Sammlungen verschiedener Fallstudien und deshalb authentisch. Sie sagen dem Leser, dass er nicht allein da steht und es viele andere Menschen wie ihm gibt, die sich genauso fühlen. Sie helfen ihm sich selbst und den Anderen zu verstehen, sie schlagen ihm Lösungswege vor. Es ist fraglich, ob das aber in jeder Lebenssituation möglich ist. Es kommt darauf an, wie das Buch konzipiert ist und wie der Leser die Mitteilung des Autors versteht und verarbeitet. Schließlich ist der Leser derjenige, der die für ihn nötige Information herausfiltert und sie in seine eigene Welt zuordnet, damit sie ihm dann später zu Hilfe kommt. Voraussetzung ist, dass das Ratgeber- Buch aus der eigenen Erfahrung des Autors hervorgekommen ist. Wenn das nicht der Fall ist, läuft der Leser die Gefahr in eine Phantasiewelt zu gelangen.
Wenn man das gelesene Buch zuschlägt, kommt man in seine eigene Welt zurück.

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