Webradio & Reichweite

In Punkto Reichweite hat das traditionelle UKW-Radio noch immer die Nase vorn, denn es erreicht im Gegensatz zum Webradio unbegrenzt viele Zuhörer. Das Webradio hingegen ist von seiner Bandbreite abhängig, welche die maximale Anzahl an gleichzeitigen Zuhörern bestimmt. Um einen Webradio Sender empfangen zu können, reicht das Vorhandensein eines Modems im Haushalt keinesfalls aus, wenn die Sendequalität mindestens dem herkömmlichen Hörfunk entsprechen soll – um DSL kommen daher keine Interessenten herum. Mit einem DSL-Anschluss können zum heutigen Zeitpunkt ca. 100 Webradios gleichzeitig empfangen werden, dann erschöpft sich aber auch das DSL-Potential.
Zu beachten ist auch, dass dieses Potential bei gleichzeitiger anderweitiger Nutzung des heimischen Internetanschlusses abnimmt, denn Surfen im Web, Kommunikation und multimediale Dienste beanspruchen bereits einen Teil der zur Verfügung stehenden Bandbreite. Obwohl die Webradio Technik zweifelsfrei noch verbesserungswürdig ist und neue Verfahren wie Multicast Streaming ausgetestet werden, nutzen immer mehr Internetnutzer die Möglichkeit, per Internet Radio zu hören. Die Hörerzahlen sind hier in den vergangenen Jahren stark angestiegen und bis 2010 wird mit einer nochmals vergrößerten Hörerschaft gerechnet. Die ersten deutschen Webradio Inhalte gingen jedoch bereits Mitte der 90er Jahre auf Sendung, wobei die Öffentlich Rechtlichen Vorreiter waren und zudem frühzeitig ihre Archive digitalisiert haben. Dem breiteren Publikum wurde der digitale Hörfunk jedoch erst in den vergangenen Jahren bekannt, da sich Internetanschlüsse mit hoher Bandbreite in Deutschland erst relativ spät durchgesetzt haben. Obwohl eine flächendeckende Versorgung mit DSL und vergleichbaren Diensten auch noch heute in den Sternen steht, ist mit einer noch größeren Vielfalt in der Webradio Sendelandschaft zu rechnen.

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