Der Zwinger in Dresden

Der Zwinger in Dresden gilt als eines der schönsten Bauwerke barocker Baukunst des 18. Jahrhunderts.
Zwischen Semperoper und Postplatz gelegen, beherbergt das Schloss heute Kunstsammlungen und ist eines der bedeutendsten Bauwerke Dresdens.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bestand der Zwinger lediglich aus einigen Holzgebäuden und einem Turnierplatz für höfische Spiele sächsischer Adeliger am Hofe August des Starken.
Der König selbst beauftragte im Jahre 1710 den Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann an dieser Stelle ein repräsentatives Schloss zu planen und zu bauen.
Zunächst entstanden an der Befestigungsseite kleine Pavillons und eine offene Galerie, die der König als Orangerie nutzte. Als Schöngeist bekannt, ließ August exotische Pflanzen und Orangenbäumchen pflanzen. Dazu kamen Skulpturen aus Sandstein, die der Steinmetz Balthasar Permoser für den König anfertigte. Permoser schuf 21 mannshohe Figuren die in verschiedenen Ausführungen den Hirtengott Pan darstellten. Diese Skulpturen stützen noch heute die Außenwände der Galerie.

Zu den von August geplanten Ausbauten des Zwingers durch Pöppelmann kam es nicht mehr und so bleib das barocke Schloss über 120 Jahre mehr oder weniger eine Bauruine.
Es war Gottfried Semper der die Erweiterungsarbeiten am Zwinger 1847 wieder aufnahm. Aber Semper, der mit seinem Freund Richard Wagner am Dresdner Maiaufstand 1849 für mehr bürgerliche Rechte gekämpft hatte, musste fliehen und so übernahm Karl Moritz Haenel die Arbeiten an Zwinger und vollendete schließlich den Bau.

Der Aufbau des Zwingers orientiert sich an der mittelalterlichen Architektur einer Festung. Das eigentliche Schloss liegt zwischen der äußeren und inneren Befestigungsmauer. Begrenzt wird es an der Frontseite vom Kronentor, dass die äußere Befestigungsmauer darstellt.
Das Kronentor ist der markanteste Gebäudeteil des Zwingers. Im Stil des italienischen Barock mit klassischen antiken Elementen, trägt das Kronentor an der Spitze die Insignien der sächsischen Könige und die polnische Königskrone. Besonders prachtvoll ist das vergoldete Kupferdach.
Gegenüber dem Kronentor liegt der bauliche Höhepunkt des Zwingers, der Wall- oder Französische Pavillon. Der legendäre König August der Starke ließ sich als Held der griechischen Sage auf dem Giebelaufbau darstellen.
In der Figur des Paris reicht er der Göttin der Schönheit Aphrodite aber statt des Apfels, die polnische Königskrone. An der Spitze der verschwenderischen Barockfassade aber steht Herkules mit der Weltkugel in den Händen.

An der Rückseite des Wallpavillons befindet sich der Glockenpavillon aus dem Jahre 1723. Noch heute erklingen die 40 Glöckchen aus Meißener Porzellan.
Durch die Bogengänge des Wallpavillons führt eine Freitreppe zum Nymphenbad. Der Baumeister Balthasar Permoser gestaltete diese einzigartig schöne Brunnenanlage. Über einen künstlich angelegten Wasserfall läuft das Wasser über Stufen in den darunter liegenden Brunnen.
Zwischen 1847 und 1854 erbaute Gottfried Semper die an der Elbseite liegende Sempergalerie.
Die im Renaissance Stil erbaute Galerie ist heute ein Museum. Besonders interessant ist die üppig verzierte Außenfassade. Über den Fenster- und Torbögen befinden sich 160 Figuren aus Sandstein, die unter anderem Moses, Zeus, Michelangelo und Goethe darstellen.

Die Sempergalerie zeigt neben ständig wechselnden Ausstellungen, eine Porzellansammlung mit über 20.000 Exponaten aus China, Japan und Meissen und eine Gemäldesammlung niederländischer und italienischer Meister der Renaissance. Herzstück der Sammlung ist die Sixtinische Madonna von Raffael.

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